Lauflernhilfen: Warum Fachleute abraten und Sie das Geld anders ausgeben sollten

Ein Gehfrei sieht nach Förderung aus: Das Kind steht, bewegt sich und ist beschäftigt. Der Name führt in die Irre. Laufen lernt ein Kind damit nicht schneller, und das Gerät schafft eine Gefahrenlage, die es vorher nicht gab.

In Kanada ist der Verkauf verboten

Kanada hat Lauflernhilfen vom Markt genommen, Verkauf und Einfuhr sind untersagt. In Deutschland sind sie erhältlich, aber Kinderärztinnen und Kinderärzte sowie Verbraucherorganisationen raten seit Jahren davon ab. In Sortimentsübersichten wie https://bright-starts.de/ stehen sie deshalb neben Produkten, die deutlich unkritischer sind.

Das Versprechen wird nicht eingelöst

Ein Kind im Gehfrei stößt sich mit den Zehen ab und wird vom Gestell getragen. Mit freiem Gehen hat das wenig zu tun: Gleichgewicht, Hüftstreckung und das Auffangen mit den Armen werden nicht geübt. Beobachtet wird eher, dass die ersten freien Schritte später kommen.

Tempo ohne Kontrolle

Das Gerät gibt einem Kind, das noch nicht sicher steht, plötzlich eine hohe Geschwindigkeit. Damit ist es an der Treppe, am heißen Backofen oder am Tischtuch, bevor ein Erwachsener aufstehen kann. Genau darauf beruhen die schweren Unfälle, nicht auf Unachtsamkeit im engeren Sinn.

Was in Reichweite gerät

  • Herdgriffe, Backofentür und heiße Töpfe
  • Treppenabgänge, auch mit Gitter am oberen Ende
  • Tischdecken samt Geschirr und heißen Getränken
  • Steckdosen, Kabel und Wasserkocher
  • Türschwellen und Teppichkanten, an denen das Gestell kippt

Die Norm ändert daran wenig

Es gibt eine europäische Norm für diese Geräte, und geprüfte Ausführungen sind gegen Kippen besser gesichert als ungeprüfte. Das Grundproblem bleibt: Ein Kind bewegt sich schneller, als es reagieren kann, in einer Wohnung, die dafür nicht ausgelegt ist.

Sitzen ist nicht Stehen

Im Gehfrei hängt ein Kind in einer Textilschale, das Becken kippt nach hinten, die Beine sind im Verhältnis zum Rumpf schlecht belastet. Für die Haltung ist das keine Übung, sondern eine erzwungene Position über längere Zeit.

Was tatsächlich hilft

Freie Fläche auf dem Boden, feste Möbel zum Hochziehen und Zeit. Kinder gehen, wenn ihr Gleichgewichtssinn und ihre Muskulatur so weit sind, und dafür brauchen sie Bewegungsfreiheit ohne Gestell. Barfuß ist auf glattem Boden besser als in rutschigen Socken.

Wenn Sie ein Gerät möchten

Ein stabiler Schiebewagen mit Bremse, den das Kind aus eigener Kraft vor sich herschiebt, ist die deutlich sinnvollere Anschaffung. Das Kind bestimmt Tempo und Richtung selbst und kann sich hinsetzen, wenn es nicht mehr mag.

Der klare Rat

Kaufen Sie keine Lauflernhilfe, und nehmen Sie auch keine geschenkte an. Steht bereits ein Gerät im Haus, sprechen Sie das Thema bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung an.

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